Zitate - Klaus Jürgen Bönkost

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Bemerkenswerte und nachdenklich stimmende Gedanken und Zitate bekannter Menschen

Albert Einstein über Wissenschaftler

  • Wenn du ein wirklicher Wissenschaftler werden willst, dann denke wenigstens eine halbe Stunde am Tag das Gegenteil von dem, was deine Kollegen denken."
    Hier zitiert aus: Forschung & Lehre, 15. Jg. (2008), Heft 5, S. 287.

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Carl von Ossietzky über Wissenschaft und Technik

  • Wissenschaft und Technik waren nicht in erster Linie da zu helfen. Sie schufen Werkzeuge der Vernichtung, Werkzeuge gräßlichsten Mordes. Wir müssen die Wissenschaft wieder menschlich machen."  (Siehe in diesem Zusammenhang beispielsweise die von Generalfeldmarschall Kesselring, Oberbefehlshaber Süd während des sogenannten Zweiten Weltkrieges überreichte Ehrung für hervorragende technische Leistungen im Süden hier.)

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John F. Kennedy über Waffen
          
Jede Kanone, die gebaut wird,
jedes Kriegsschiff, das vom Stapel
gelassen wird, jede abgefeuerte
Rakete bedeutet letztlich einen
Diebstahl an denen, die hungern und
nichts zu Essen bekommen, denen, die
frieren und keine Kleidung haben.
Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht
nur Geld allein. Sie verpulvert auch den
Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist
ihrer Wissenschaftler und
die Hoffnung ihrer Kinder.“

Hier zitiert aus: WESER-KURIER, 73. Jg. (2017), Dienstag, 14. Februar, S. 9.

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Lew Tolstoi über Männer und Frauen

  • 4. April 1908: „Die Frau leistet etwas Großes: sie gebiert Kinder, aber sie gebiert keine Gedanken, das tut der Mann. Die Frau folgt immer nur dem, was der Mann in die Wege geleitet hat und was schon verbreitet ist, und sie verbreitet es weiter. Ebenso erzieht der Mann die Kinder nur und gebiert sie nicht. [...]"  Lew Tolstoi, S. 167.

  • 12. April 1908: Würden die Männer alle Frauen so kennen wie Ehemänner ihre Ehefrauen, sie würden nie mit ihnen streiten und auf ihre Meinung keinen Wert legen."  Lew Tolstoi, S. 168.

Lew Tolstoi über das Sterben

  • 6. Mai 1908:
    Sterben heißt dorthin gehen, woher wir gekommen sind. Wie ist es dort? Gewiß schön, nach den wundervollen Wesen, den Kindern, zu urteilen, die von dort kommen."  Lew Tolstoi, S. 169/170.

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Sigfried Giedion über den Fortschritt
          
  • Heute, nach dem Zweiten Weltkrieg, gibt es wahrscheinlich kaum Menschen, wie entlegen sie auch leben mögen, die nicht ihren Glauben an den Fortschritt verloren haben. Der Fortschritt hat die Menschen in Schrecken versetzt, und er ist nicht mehr eine Hoffnung, sondern eine Bedrohung. Der Fortschrittsglaube gehört jetzt mit vielen anderen entwerteten Symbolen in die Rumpelkammer.“  Giedion, S. 770.
           
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Adorno, Theodor W. über Technik und ihre Fetischisierung

  • "Weiter sollte man im Zusammenhang mit dem verdinglichten Bewusstsein auch das Verhältnis zur Technik genau betrachten, und zwar keineswegs nur bei kleinen Gruppen. Es ist so doppeldeutig wie das zum Sport, mit dem es im übrigen verwandt ist. Einerseits produziert jede Epoche diejenigen Charaktere - Typen der Verteilung von psychischer Energie - , die sie gesellschaftlich braucht. Eine Welt, in der die Technik eine solche Schlüsselposition hat wie heute, bringt technologische, auf Technik eingestimmte Menschen hervor.
 
Das hat seine gute Rationalität: in ihrem engeren Bereich werden sie weniger sich vormachen lassen, und das kann auch ins Allgemeinere hinaus wirken. Andererseits steckt im gegenwärtigen Verhältnis zur Technik etwas Übertriebenes, Irrationales, Pathogenes. Das hängt zusammen mit dem "technologischen Schleier". Die Menschen sind geneigt, die Technik für die Sache selbst, für Selbstzweck, für eine Kraft eigenen Wesens zu halten und darüber zu vergessen, dass sie der verlängerte Arm der Menschen ist. Die Mittel - und Technik ist ein Inbegriff von Mitteln zur Selbsterhaltung der Gattung Mensch - werden fetischisiert, weil die Zwecke - ein menschenwürdiges Leben - verdeckt und vom Bewusstsein der Menschen abgeschnitten sind. Solange man das so allgemein sagt, wie ich es eben formulierte, dürfte es einleuchten. Aber eine solche Hypothese ist noch viel zu abstrakt. Keineswegs weiss man bestimmt, wie die Fetischisierung der Technik in der individuellen Psychologie des einzelnen Menschen sich durchsetzt, wo die Schwelle ist zwischen einem rationalen Verhältnis zu ihr und jener Überwertung, die schließlich dazu führt, dass einer, der ein Zugsystem ausklügelt, das die Opfer möglichst schnell und reibungslos nach Auschwitz bringt, darüber vergisst, was in Auschwitz mit ihnen geschieht. Bei dem Typus, der zur Fetischisierung der Technik neigt, handelt es sich, schlicht gesagt, um Menschen, die nicht lieben können. Das ist nicht sentimental und nicht moralisierend gemeint, sondern bezeichnet die mangelnde libidinöse Beziehung zu anderen Personen. Sie sind durch und durch kalt, müssen auch zuinnerst die Möglichkeit von Liebe negieren, ihre Liebe von anderen Menschen von vornherein, ehe sie sich nur entfaltet, abziehen. Was an Liebesfähigkeit in ihnen irgend überlebt, müssen sie an Mittel verwenden. Die vorurteilsvollen, autoritätsgebundenen Charaktere, mit denen wir es in der "Autoritarian Personality" in Berkeley zu tun hatten, lieferten manche Belege dafür. Eine Versuchsperson - das Wort ist selber schon ein Wort aus dem verdinglichten Bewusstsein - sagte von sich: "I like nice equipment" (Ich habe hübsche Ausstattungen, hübsche Armaturen gern.), ganz gleichgültig, welche Apparaturen das sind. Seine Liebe wurde von Dingen, Maschinen als solchen absorbiert. Das Bestürzende ist dabei - bestürzend, weil es so hoffnungslos erscheinen lässt, dagegen anzugehen -, dass dieser Trend mit dem der gesamten Zivilisation verkoppelt ist. Ihn bekämpfen heißt soviel wie gegen den Weltgeist sein; aber damit wiederhole ich nur etwas, was ich zu Eingang als den düstersten Aspekt einer Erziehung gegen Auschwitz vorwegnahm."  Adorno, Theodor W., Erziehung nach Auschwitz. http://schule.judentum.de/nationalsozialismus/adorno.htm

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Literatur

    
  • Adorno, Theodor W., Erziehung nach Auschwitz. http://schule.judentum.de/nationalsozialismus/adorno.htm

  • Giedion, Sigfried (1987): Die Herrschaft der Mechanisierung. Ein Beitrag zur anonymen Geschichte mit einem Nachwort von Stanislaus von Moos. (Hrsg. von Henning Ritter, Sonderausg, 1. Aufl. in d. Europ. Verl.-Anst., Frankfurt am Main 1982 - Originally published in English under the Title Mechanization Takes Command. Copyright 1948 by Oxford University Press, Inc.), Frankfurt am Main.

  • Tolstoi, Lew (1978): Tagebücher, dritter Band, 1902 - 1910. Aus dem Russischen übersetzt von Günter Dalitz. Unter Mitarbeit von Verantwortlicher Herausgeber: Eberhard Dieckmann. 1. Aufl. Berlin/DDR: Rütten & Loening.

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